Jugendprojekte

Rechtsberatungsstelle

Seit Oktober 2006 betreibt der Berliner Anwaltsverein in der Exerzierstraße 23, 13357 Berlin-Wedding, eine Rechtsberatungsstelle für Jugendliche gegründet. Bedürftige Jugendliche haben hier die Möglichkeit, mit ihren rechtlichen Problemen gehört und anwaltlich beraten zu werden.

Diese Hilfe ist für die Jugendlichen kostenlos. Möglich ist dies dank des freiwilligen Engagements von Anwältinnen und Anwälten und aufgrund der Kooperation mit der Senatsverwaltung für Justiz, die unsere Rechtsberatung für Jugendliche als „Beratungshilfestelle” anerkennt.

Rund 900 junge Menschen zwischen 14 und 21 Jahren haben seit Eröffnung der Jugendberatungsstelle Berlin-Wedding im Oktober 2006 kostenlosen Rechtsrat erhalten. Die häufigsten Fragen in der Jugendberatungsstelle im Wedding drehen sich um Vertragsabschlüsse im Internet. Weitere Schwerpunkte sind das Sozialrecht (beispielsweise zur Höhe der Hartz IV-Bezüge) und Familienprobleme. In den letzten zweieinhalb Jahren haben insgesamt 30 Rechtsanwältinnen und -anwälte des BAV Jugendberatungen durchgeführt.

Die Jugendberatungsstelle des Berliner Anwaltsvereins in der Exerzierstraße 23 in Berlin-Wedding ist dienstags und donnerstags jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Telefonische Anmeldungen sind erwünscht unter: 460 67-584. Unter dieser Telefonnummer findet aber keine Beratung statt.

Schulprojekt

Anwälte gehen in die Schulen ist die Antwort des Berliner Anwaltsvereins auf Berichte über steigende Gewalt an Schulen.

Anwältinnen und Anwälte gehen in die Schulen und stehen als Referenten oder auch einfach “zum Ausfragen” bereit. Dies kann im Rahmen des Unterrichts oder anderer Schulveranstaltungen (z.B. Projektwochen) erfolgen.

Durch den persönlichen Kontakt mit der Anwaltschaft – ohne den Hintergrund, sich in einer entsprechenden Zwangslage zu befinden – wird bei Jugendlichen das Rechtsgefühl und das Normenbewusstsein gefördert. So verstehen die Jugendlichen ihre Rechte und Pflichten und die rechtsstaatlichen Wege der Konfliktlösung Auf diese Weise will auch die Anwaltschaft einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten.
Wichtig ist dabei, dass das Recht die Jugendlichen nicht nur durch Pflichten einschränkt, sondern ihnen auch Rechte gibt, die sie ausüben können. Deshalb geht es neben dem Strafrecht auch um Rechte und Pflichten in den Bereichen des Zvilrechts und des öffentlichen Rechts. Für Jugendliche könnten Grundkenntnisse und ein Problembewusstsein z.B. in folgenden Bereichen besonders wichtig sein:

  • Minderjährigkeit: Welchen Schutz gibt es bei Verträgen? (Stichworte: „Taschengeldparagraf”; Handy-Schulden, Vertragsabschluß im Internet.
  • Staatsbürgerschaft: Wer ist Deutscher und wer darf es werden? Welche Rechte und Pflichten ergeben sich daraus?
  • Arbeitsrecht: Welche Rechte und Pflichten bestehen gegenüber Arbeitgebern? (Stichworte: Vorstellungsgespräch, Mobbing, Mutterschutz, Kündigung)
  • Sozialrecht: Wer bekommt Hartz IV und wieviel ist das? Unter welchen Voraussetzungen kann man SchülerBaFöG oder BundesAusbildungsBeihilfe bekommen?

Seit Beginn des Projekts hat der Verein einen „Pool” von ca. 30 Anwältinnen und Anwälten gebildet, die bereit sind, Schüler ehrenamtlich zu unterschiedlichen Themen zu informieren. Diese Gruppe trifft sich regelmäßig, um ihre Erfahrungen in den Schulen auszutauschen.

Interessierte Lehrer können sich gern an die Geschäftsstelle des Berliner Anwaltsvereins wenden und ihre Themenwünsche und Terminvorschläge mitteilen. Der Berliner Anwaltsverein wird dann einen geeigneten Rechtsanwalt für den jeweiligen Termin vermitteln. Um Spezialisten für besondere Themenanfragen, die von unserem Pool nicht gedeckt werden, bemühen wir uns gern.